Mystik
Abrakadabra
Adler
Agrippa
Alchemie  symbole
Alchemie Karten
Alchemie Wege
Berber- symbole
Bettler- symbole
Chinesische symbole
Dämonen
Gebäude
Fibonacci
Flaggen
Freimaurer
geflügelte Sonne
Glauben
Hermes Trismegistos
Smaragdtafeln
Hermes-Stab
Naturweg
I-Ging symbole
Illuminaten
Illuminaten Bilder?
Illuminaten Wer? Was? Wo?
Illuminaten Karten
Indianer Symbole
Kaballa
Kreuze
Das Ankh
Länder
Lingam Yoni
Linien in  der Stadt
Linien in  der Stadt2
Macht symbole
Madam Blavatsky
Grosse Bruderschaft
Kuthumi
Transmigration  der Lebensatome
Avatara
Maya symbole
Nekronomikon
al azif
nordische Mythen
Pentagram
Pyramiden
Quadrate
Rosenkreuzer
der 7 -8 fache Pfad 1,2,3
die Stunde des Bauens
Ritual des 8. Pfades
Schach-Mystik
Schutz symbole
Siegel
Töne
Trinität
Vatikan
vedische Symbole
Welt
Wer ist Wer?
Wicca
Yin Yang
Zeit
gesammelte Werke
In eigener  Sache
Avatara

Helena Petrovna Blavatsky

DAS GEHEIMNIS DES BUDDHA

_________________________

DIE LEHRE VON DEN AVATÂRAS

 

.Aus: H.P. Blavatsky: Die Geheimlehre III 361 D den Haag

 

Eine seltsame Geschichte -- vielmehr eine Legende -- ist unter den Schülern einiger grosser Himalayischer Gurus, und selbst unter Laien beharrlich in Umlauf, des Inhaltes, dass Gautama, der Prinz von Kapilavastu, die irdischen Regionen niemals verlassen hat, obwohl sein Körper starb und verbrannt wurde, und seine Reliquien bis zum heutigen Tage aufbewahrt werden. Es besteht eine mündliche Überlieferung unter den Chinesischen Buddhisten der Lamaisten von Tibet, sowie eine Überlieferung unter den Ariern, dass Gautama BUDDHA zwei Lehren hatte: eine für die Massen und für seine Laienschüler, die andere für Seine »Auserwählten«, die Arhats. Seine Politik und nach Ihm die Seiner Arhats war, wie es scheint, die, niemandem den Zutritt in die Reihen der Kandidaten für Arhatschaft zu verweigern, aber die letzten Geheimnisse niemals zu offenbaren, ausser an die, die sich während langer Prüfungsjahre als der Initiation würdig erwiesen haben. Sobald diese einmal angenommen waren, wurden sie geweiht und initiiert ohne Unterschied von Rasse, Kaste oder Vermögen, wie es bei Seinem westlichen Nachfolger der Fall war. Die Arhats waren es, die diese Überlieferung veranlassten und in dem Gemüte des Volkes Wurzel fassen liessen, und sie ist auch die Grundlage des späteren Dogmas von der Lama-Reinkarnation oder der Aufeinanderfolge der menschlichen Buddhas.

Das wenige, was hier über den Gegenstand gesagt werden kann, mag oder mag nicht dazu verhelfen, den psychisch veranlagten Schüler auf die richtige Richtung zu weisen. Da es der Wahl und Verantwortung der Schreiberin überlassen ist, die Tatsachen so zu erzählen, wie sie dieselben persönlich verstanden hat, so muss der Tadel für die Schaffung möglicher Missverständnisse auf sie allein fallen. Es wurde ihr die Lehre gelehrt, aber es war ihrer eigenen Initiation überlassen -- so wie es jetzt dem Scharfsinne des Lesers überlassen ist -- die geheimnisvollen und verwirrenden Tatsachen zusammenzustellen. Die unvollständigen Mitteilungen, die hierin gegeben sind, sind Bruchstücke von dem, was in gewissen geheimen Bänden enthalten ist; aber es ist nicht gesetzmässig, die Einzelheiten zu veröffentlichen.

Die esoterische Version des in den geheimen Bänden gegebenen Mysteriums lässt sich sehr kurz erzählen. Die Buddhisten haben es immer nachdrücklich bestritten, dass ihr BUDDHA, wie von den Brahmanen behauptet wird, ein Avatâra des Vischnu in demselben Sinne sei, wie ein Mensch eine Inkarnation seines karmischen Ahnen ist. Sie bestreiten es teilweise vielleicht deshalb, weil die esoterische Bedeutung des Ausdruckes »Mahâ Vischnu« ihnen nicht in ihrer vollen, unpersönlichen und allgemeinen Bedeutung bekannt ist. Es besteht ein geheimnisvolles Prinzip in der Natur, genannt »Mahâ Vischnu«, das nicht der Gott dieses Namens ist, sondern ein Prinzip, das Bija enthält, den Samen des Avatârismus, oder mit anderen Worten die Kraft und Ursache solcher göttlicher Inkarnationen ist. Alle die Weltheilande, die Bodhisattvas und die Avatâre sind die Bäume der Erlösung, gewachsen aus dem einen Samen, dem Bija oder »Mahä Vischnu«.Ob es nun Adi-Buddha (Ursprüngliche Weisheit) oder Mahä Vischnu genannt wird, es ist ganz das gleiche. Vischnu ist zugleich Sarguna und Nirguna (mit und ohne Attribute). Im ersten Aspekt ist Vischnu der Gegenstand exoterischer Verehrung und Hingabe; im zweiten, als Nirguna, ist er der Höhepunkt der Gesamtheit geistiger Weisheit im Weltall -- kurz gesagt Narväna1) -- und hat alle philosophischen Gemüter zu Verehrern. In diesem esoterischen Sinne war der Herr BUDDHA eine Inkarnation des Mahâ Vischnu.

Das ist vom philosophischen und rein geistigen Standpunkte. Von dem Plane der Illusion jedoch, wie man sagen könnte, oder vom irdischen Standpunkte aus wissen jene, die initiiert sind, dass Er eine direkte Emanation eines der ursprünglichen »Sieben Söhne des Lichtes« war, die sich in jeder Theogonie finden -- der Dhyân Chohans, deren Sendung es ist, von einer Ewigkeit (Aeon) zur anderen über die geistige Wohlfahrt der unter ihrer Obhut stehenden Regionen zu wachen. Das wurde bereits im Geheimbuddhismus verkündet.

Eines der grössten Geheimnisse der spekulativen und philosophischen Mystik -- und zwar eines der Geheimnisse, die jetzt enthüllt werden sollen -- ist die Verfahrungsweise in den Graden solcher hypostatischen Übertragungen. Selbstverständlich müssen die göttlichen sowohl, als auch die menschlichen Inkarnationen ebensosehr für den Theologen wie für den Physiologen ein verschlossenes Buch bleiben, wenn nicht die esoterischen Lehren angenommen werden und zur Religion der Welt werden. Diese Lehre mag einer unvorbereiteten Öffentlichkeit niemals vollständig erklärt werden; aber ein Ding ist sicher und soll jetzt gesagt sein: dass zwischen dem Dogma von einer für jede neue Geburt neuerschaffenen Seele und der physiologischen Annahme einer vergänglichen animalischen Seele das weite Gebiet der Okkulten Lehre 2) mit ihren logischen und vernunftgemässen Beweisführungen liegt, deren Bindeglieder alle in logischer und philosophischer Folge in der Natur nachgewiesen werden können.

Dieses »Geheimnis« ist für den gefunden, der die richtige Bedeutung des Gespräches zwischen Krischna und Ardschuna versteht, im Kapitel IV. der Bhagavad Gita. Der Avatâra sagt:

Viele Geburten von mir sind vergangen, und auch von dir, o Ardschuna! ich kenne sie alle, aber du kennst nicht die deinen, o Beruhiger deiner Feinde.

Obwohl ich ungeboren bin, mit unerschöpflichem Atmâ, und der Herr bin von allem seienden; so werde ich doch, indem ich die Herrschaft über meine Natur übernehme, durch die Kraft der Täuschung geboren.3)

So oft, o Sohn des Bhârata, ein Verfall des Dharma [des rechten Gesetzes] und ein Überhandnehmen des Adharma [des Gegenteiles von Dharma] stattfindet, offenbare ich mich selbst

Zum Heile der Guten und zur Vernichtung der Bosheit, zur Aufstellung des Gesetzes, werde ich geboren in jedem Yuga.

Wer immer in Wahrheit meine göttliche Geburt und Wirkung versteht, der, o Ardschun, erleidet, wenn er den Körper verlassen hat, keine Wiedergeburt: er kommt zu mir.

Somit sind alle Avatâre ein und dasselbe: die Söhne ihres »Vaters«, in gerader Abstammung und Linie, indem der »Vater« oder eine der sieben Flammen für die betreffende Zeit der Sohn wird, und diese beiden eins sind -- in Ewigkeit. Was ist der Vater? Ist er die absolute Ursache von Allem ?-- das unergründliche Ewige? Nein; ganz entschieden nicht. Es ist Kâranâtmâ, die »Kausalseele«, der in einem allgemeinen Sinne von den Indern Ischvara, der Herr, genannt wird, und von den Christen der Eine und Einzige »Gott«. Vom Standpunkt der Einheit ist das so; aber dann könnte der niedrigste Elemental in einem solchen Falle gleichermassen als der »Eine und Einzige« betrachtet werden. Jedes Menschenwesen hat ferner seinen eigenen göttlichen Geist oder persönlichen Gott. Jene göttliche Wesenheit oder Flamme, aus der die Buddhi emaniert, steht in demselben Verhältnis zum Menschen, obwohl auf einem niederen Plane, wie der Dhyâni-Buddha zu seinem menschlichen Buddha. Daher sind Monotheismus und Polytheismus nicht unvereinbar; sie existieren in der Natur.

Fürwahr, »zum Heile der Guten und zur Vernichtung der Bosheit« wurden die Persönlichkeiten, bekannt als Gautama, Schankara, Jesus und einige andere, eine jede in ihrem Zeitalter geboren, wie erklärt -- »Ich werde in einem jeden Yuga geboren« -- und sie wurden alle aus derselben Kraft geboren.

Es liegt ein grosses Geheimnis in solchen Inkarnationen, und sie sind ausserhalb und jenseits des Kreislaufes der gewöhnlichen Wiedergeburten. Die Wiedergeburten lassen sich in drei Klassen einteilen: die göttlichen als Avatâre bezeichneten Inkarnationen; jene der Adepten, die auf Nirvâna verzichten, um der Menschheit vorwärts zu helfen -- die Nirmânakäyas; und die natürliche Aufeinanderfolge der Wiedergeburten von allen -- das allgemeine Gesetz. Der Avatâra ist eine Erscheinung, die als eine besondere Illusion bezeichnet werden kann innerhalb der natürlichen Illusion, die auf den Plänen herrscht, die unter dem Szepter jener Macht, der Mâyâ, stehen; der Adept wird bewusst, nach seinem Willen und Belieben wiedergeboren;4) die Einheiten der gemeinen Herde folgen unbewusst dem grossen Gesetze der dualen Evolution.

Was ist ein Avatâra? denn der Ausdruck sollte, bevor er gebraucht wird, wohl verstanden werden. Er ist ein Herabsteigen der geoffenbarten Gottheit -- einerlei ob unter dem spezifischen Namen Schiva, Vischnu, oder Adhi-Buddha -- in eine illusive Form von Individualität, eine Erscheinung, die für die Menschen auf diesem illusiven Plane objektiv ist, es aber in nüchterner Tatsächlichkeit nicht ist. Jene illusive Form, die weder Vergangenheit noch Zukunft hat, weil sie weder eine vergangene Inkarnation hatte, noch nachfolgende Wiedergeburten haben wird, hat nichts mit Karma zu tun, das daher keine Macht über sie hat.

Gautama BUDDHA wurde in einem Sinne als Avatâra geboren. Aber das erfordert, angesichts unvermeidlicher Einwendungen auf dogmatischen Grundlagen, eine Erklärung. Es ist ein grosser Unterschied zwischen einem Avatâra und einem Jivanmukta; der eine ist, wie bereits festgestellt, eine illusive Erscheinung, karmalos, die sich vorher niemals inkarniert hat, und der andere, der Jivanmukta, ist jemand, der Nirvâna durch seine individuellen Verdienste erlangt. Auch gegen diesen Ausdruck würde ein unnachgiebiger, philosophischer Vedantist Einspruch erheben. Er könnte sagen, dass, nachdem die Lage des Avatâra und des Jivanmukta ein und derselbe Zustand ist, kein Betrag von persönlichem Verdienst, in beliebig vielen Inkarnationen, seinen Eigentümer zum Nirvâna führen kann. Nirvâna, würde er sagen, ist handlungslos; wie kann also irgend eine Handlung zu ihm führen? Es ist weder eine Wirkung, noch eine Ursache, sondern ein immer gegenwärtiges, ewiges Ist, wie Nâgasena es definierte. Dabei kann es kein Verhältnis oder keine Beziehung zu Handlung, Verdienst oder Unverdienst haben, da diese dem Karma unterworfen sind. All das ist sehr wahr, aber doch besteht für unser Denken ein wichtiger Unterschied zwischen den beiden. Ein Avatâra ist, ein Jivanmukta wird einer. Wenn der Zustand der beiden identisch ist, so sind es doch nicht die Ursachen, die zu demselben führen. Ein Avatâra ist ein Herabsteigen eines Gottes in eine illusive Form; ein Jivanmukta, der durch zahllose Inkarnationen hindurchgegangen sein und in denselben Verdienst aufgehäuft haben mag, wird sicherlich nicht wegen dieses Verdienstes ein Nirvâni, sondern nur wegen des durch dasselbe erzeugten Karmas, das ihn in die Richtung des Guru führt und geleitet, der ihn in das Geheimnis des Nirvâna initiieren wird, und der allein ihm dazu verhelfen kann, diese Wohnung zu erreichen.

Die Schâstras sagen, dass wir nur durch unsere Werke Mokscha erlangen können, und dass, wenn wir uns keine Mühe geben, kein Gewinn sein wird, und dass wir weder Beistand noch Wohltat von der Gottheit [dem Mahâ-Guru erfahren werden. Daher wird behauptet, dass Gautama -- obwohl in einem Sinne ein Avatâra -- ein wahrer menschlicher Jivanmukta ist, der seine Stellung seinem persönlichen Verdienste verdankt, und daher mehr als ein Avatâra. Sein persönliches Verdienst war es, das ihn befähigte, Nirvâna zu erlangen.

Es gibt zwei Typen der freiwilligen und bewussten Inkarnationen von Adepten -- die der Nirmânakâyas, und die von Probechelâs unternommen werden, die in ihrer Prüfung stehen.

Das grösste, sowie auch verwirrendste Geheimnis des ersten Typus liegt in der Tatsache, dass eine solche Wiedergeburt in einem menschlichen Körper seitens des persönlichen Ego irgend eines besonderen Adepten -- wenn es in dem Mâyâvi oder dem Kâma Rupa gewohnt und in Kâma Loka verweilt hat -- sogar stattfinden kann, wenn seine »Höheren Prinzipien« im Zustande des Nirvâna sind. 5) Man verstehe, dass die obigen Ausdrücke zu populären Zwecken benützt sind, und dass daher das Geschriebene diese tiefe und geheimnisvolle Frage nicht von dem höchsten Plane, der der absoluten Geistigkeit, behandelt, und auch nicht vom höchsten philosophischen Gesichtspunkt, der nur für sehr wenige verständlich ist. Man darf nicht annehmen, dass irgend etwas in Nirvâna eingehen kann, das nicht ewig dort wäre; aber der menschliche Intellekt muss, bei der Vorstellung des Absoluten, es als die höchste Grenze in einer unbegrenzbaren Reihe hinstellen. Wenn man sich das vor Augen hält, so wird ein gutes Teil Missverständnis vermieden werden. Der Inhalt dieser geistigen Entwicklung ist das Material auf verschiedenen Plänen, womit der Nirvâni vor seiner Erlangung des Nirvâna in Berührung kam. Der Plan, auf dem das wahr ist, ist, da er in der Reihe der illusiven Pläne steht, unzweifelhaft nicht der höchste. Die, die darnach suchen, müssen zur richtigen Quelle des Studiums gehen, zu den Lehren der Upanischaden, und müssen im rechten Geiste hingehen. Wir versuchen hier nur, die Richtung anzuzeigen, in der die Nachforschung angestellt werden muss, und während wir ein paar der geheimnisvollen theosophischen Möglichkeiten zeigen, bringen wir unsere Leser nicht tatsächlich ans Ziel. Die letzte Wahrheit kann nur von dem Guru dem initiierten Schüler mitgeteilt werden.

So viel auch gesagt ist, wird und muss doch die Behauptung für viele unverständlich, wenn nicht unsinnig, bleiben. Erstens für alle die, die mit der Lehre von der vielfältigen Natur und den verschiedenen Aspekten der menschlichen Monade nicht vertraut sind; und zweitens für die, die die siebenfältige Einteilung der menschlichen Wesenheit von einem allzu materialistischen Standpunkt betrachten. Aber der intuitive Schüler der Theosophie, der die Geheimnisse des Nirvâna gründlich studiert hat -- der weiss, dass es wesensgleich ist mit Parabrahman, und daher unveränderlich, ewig, und kein Ding, sondern das Absolute All -- wird die Möglichkeit der Tatsache erfassen. Man weiss, dass zwar von einem Dharmakâya -- einem Nirvâni »ohne Überreste«, wie es unsere Orientalisten übersetzt haben, der in jene Nichtheit, die das eine wirkliche, weil absolute, Bewusstsein ist, absorbiert ist, nicht gesagt werden kann, dass er zur Inkarnation auf Erden zurückkehrt, indem der Nirvâni nicht länger ein Er, eine Sie oder selbst ein Es ist; dass aber der Nirmânakâya -- oder der, der Nirvâna »mit Überresten« erlangt hat, d. i. in einen feinen Körper gekleidet ist, der ihn für alle äusseren Eindrücke und für jedes mentale Gefühl unzugänglich macht, und in dem die Vorstellung von seinem Ego nicht gänzlich aufgehört hat -- das tun kann. Wiederum ist jedem östlichen Schüler der Theosophie die Tatsache bekannt, dass es zwei Arten von Nirmânakâyas gibt -- die natürlichen und die angenommenen; dass der erstere der Name oder das Beiwort ist, das dem Zustande eines hohen Asketen oder Initiierten beigelegt wird, der einen Zustand der Wonne erreicht hat, der nur dem Nirvâna nachsteht; während der zweite die Selbstaufopferung von einem solchen bedeutet, der freiwillig das absolute Nirvâna aufgibt, um der Menschheit zu helfen und ihr noch immer gutes zu tun, oder mit anderen Worten, um seine Mitgeschöpfe zu erlösen, indem er sie leitet. Es kann eingewendet werden, dass der Dharmakâya, der ein Nirvâni oder Jivanmukta ist, keine »Überreste« nach dem Tode hinterlassen haben kann, weil, wenn er den Zustand erreicht hat, von dem aus keine weiteren Inkarnationen möglich sind, für ihn kein Bedürfnis nach einem feinen Körper besteht, oder nach dem individuellen Ego, das sich von einer Geburt zur ander reinkarniert, und das daher das letztere mit logischer Notwendigkeit verschwindet; darauf lautet die Antwort: so ist es für alle exoterischen Zwecke und als ein allgemeines Gesetz. Aber der Fall, mit dem wir uns beschäftigen, ist ein ausnahmsweiser, und seine Verwirklichung liegt innerhalb der theosophischen Kräfte des hohen Initiierten, der, bevor er in den Zustand des Nirvâna eingeht, verursachen kann, dass seine »Überreste« (manchmal, obwohl nicht sehr zutreffend, sein Mâyâvi Rupa genannt) zurückbleiben,6) ob er nun ein Nirvâni werden oder sich in einem niederen Zustande von Wonne finden soll.

Sodann kommen die Fälle -- selten zwar, aber häufiger, als man zu erwarten geneigt sein möchte -- die die freiwilligen und bewussten Reinkarnationen von Adepten 7) während ihrer Prüfung sind, jeder Mensch hat ein Inneres, ein »Höheres Selbst«, und auch einen Astralkörper. Aber es sind ihrer nur wenige., die, abgesehen von den höheren Graden der Adeptschaft, den letzteren, oder irgend eines der Prinzipien, die ihn beseelen, lenken können, sobald der Tod ihr kurzes Erdenleben abgeschlossen hat. Und doch ist eine solche Lenkung, oder die Übertragung der von dem toten auf einen lebenden Körper nicht nur möglich, sondern kommt häufig nach okkulten und kabbalistischen Lehren vor. Die Grade einer solchen Kraft sind natürlich sehr verschieden. Um nur drei zu erwähnen: der niederste von diesen Graden würde einem Adepten, der während des Lebens in seinem Studium und im Gebrauche seiner Kräfte sehr gehindert war, gestatten, nach dem Tode einen anderen Körper auszuwählen, in dem er mit seinen unterbrochenen Studien fortfahren könnte, obwohl er ordnungsgemäss darin jede Erinnerung an seine frühere Inkarnation verlieren würde. Der nächste Grad gestattet ihm obendrein, die Erinnerung an sein vergangenes Leben auf seinen neuen Körper zu übertragen; während der höchste kaum irgendwelche Grenzen in der Betätigung jener wunderbaren Fähigkeit hat.

Als ein Beispiel eines Adepten, der sich der erst erwähnten Kraft erfreute, zitieren einige mittelalterliche Kabbalisten eine wohlbekannte Persönlichkeit des fünfzehnten Jahrhunderts -- den Kardinal de Causa; in folge seiner wunderbaren Hingabe an esoterisches Studium und die Kabbala, führte das Karma den leidenden Adepten dahin, intellektuelle Erholung und Ruhe vor kirchlicher Tyrannei in dem Körper des Kopernikus zu suchen. Se non é vero, é ben trovato; und die genaue Prüfung der Leben der beiden Männer mag jemanden, der an solche Kräfte glaubt, leicht dahin bringen, die behauptete Tatsache bereitwillig anzunehmen. Der Leser, dem die Mittel, das zu tun, zu Gebote stehen, wird ersucht, sich dem furchtbaren Folianten im Latein des fünfzehnten Jahrhunderts, betitelt De Docta Ignorantia, zuzuwenden, geschrieben von dem Kardinal de Causa, worin sich alle Theorien und Hypothesen -- alle Ideen -- des Kopernikus als Grundtöne zu den Entdeckungen des grossen Astronomen.finden 8)

Wer war dieser aussergewöhnlich gelehrte Kardinal? Der Sohn eines armen Bootsmannes, der seine ganze Laufbahn, seinen Kardinalshut und die ehrfurchtsvolle Scheu vielmehr, als die Freundschaft der Päpste Eugen IV., Nikolaus V. und Pius II, seiner ausserordentlichen Gelehrsamkeit verdankte, die ihm angeboren zu sein schien, da er nirgends bis verhältnismässig spät im Leben studiert hatte. De Causa starb im Jahre 1473; ferner wurden seine besten Werke geschrieben, bevor er gezwungen wurde, in einen Orden einzutreten -- um der Verfolgung zu entgehen. Und doch entging der Adept ihr nicht.

In dem obenerwähnten umfangreichen Werke des Kardinals findet sich ein sehr bedeutungsvoller Satz, dessen Autorschaft verschiedentlich Pascal, Causa selbst und dem Zohar zugeschrieben wurde, und der rechtmässig den Büchern des Hermes zugehört:

Die Welt ist eine unendliche Kugel, deren Mittelpunkt überall und deren Umkreis nirgends ist.

Das ist von einigen umgeändert in: »Der Mittelpunkt ist nirgends und der Umkreis überall«, eine etwas ketzerische Idee für einen Kardinal, aber vollkommen orthodox von einem kabbalistischen Standpunkt aus.

Die Theorie von der Wiedergeburt muss von den Schülern der Theosophie aufgestellt und dann auf spezielle Fälle angewendet werden. Das richtige Verständnis dieser psychischen Tatsache beruht auf einer richtigen Anschauung von jener Gruppe himmlischer Wesen, die allgemein bezeichnet werden als die sieben Ursprünglichen Götter oder Engel -- unsere Dhyân Chohans -- die »Sieben Ursprünglichen Strahlen« oder Kräfte, späterhin von der Christlichen Religion übernommen als die »Sieben Engel der Gegenwart«. Arupa, formlos, auf der obersten Stufe der Daseinsleiter, sich mehr und mehr materialisierend während ihres Herabsteigens auf der Leiter der Objektivität und Form, und endigend mit dem gröbsten und unvollkommensten der Hierarchie, dem Menschen -- wird uns die erstere, rein geistige Gruppe in unserer Theosophischen Lehre als die Pflanzschule und Quelle der Menschenwesen gezeigt. Dort keimt jenes Bewusstsein, das die früheste Offenbarung aus dem kausalen Bewusstsein ist -- das Alpha und das Omega des göttlichen Seins und Lebens für immer. Und wie es nach abwärts fortschreitet durch jede Phase der Existenz hinabsteigend, durch den Menschen, durch Tier und Pflanze, beendet es seinen Abstieg erst im Mineral. Es wird dargestellt durch das doppelte Dreieck -- das geheimnisvollste und bedeutsamste aller mystischen Zeichen, weil es eine doppelte Glyphe ist, die das geistige und physische Bewusstsein und Leben umfasst, indem das erstere Dreieck aufwärts verläuft, und das niedere abwärts, beide verschlungen, und die verschiedenen Pläne der zweimal-sieben Bewusstseinsarten zeigend, die vierzehn Sphären der Existenz, die Lokas der Brahmanen.

Der Leser mag nunmehr im Stande sein, ein klareres Verständnis des ganzen Dinges zu erlangen. Er wird auch sehen, was unter den »Wächtern« verstanden ist, von denen je einer als Schützer oder Herrscher über jede der sieben Abteilungen oder Regionen der Erde nach alten Überlieferungen gesetzt ist, sowie je einer zur Bewachung und Beschützung einer jeden der vierzehn Welten oder Lokas vorhanden ist. 9)

Aber mit keinem von diesen haben wir uns gegenwärtig zu befassen, sondern mit den sogenannten »Sieben Atem«, die den Menschen mit seiner unsterblichen Monade auf seiner zyklischen Pilgerschaft versehen.

Der Kommentar zum Buche Dzyan sagt:

Die Flamme (oder der Atem), die zuerst als Herr der Herrlichkeit in seine Region herabstieg, steigt, nachdem sie die höchste der Emanation jener speziellen Region zu bewusstem Sein aufgerufen hat, aus derselben wieder zu Ihrem ursprünglichen Sitz empor, von wo aus Sie Ihre zahllosen Strahlen (Monaden) bewacht und lenkt. Sie erwählt zu Ihren Avatâren nur die, die die Sieben Tugenden an sich 10) hatten in ihrer früheren Inkarnation. Was die übrigen anbelangt, so überschattet Sie ein jedes mit einem Ihrer zahllosen Strahlen. . . . Aber sogar der »Strahl« ist ein Teil des Herrn der Herren. 11)

Das siebenfältige Prinzip im Menschen -- der nur in Bezug auf psychische Manifestation auf diesem groben irdischen Plane als dual betrachtet werden kann -- war dem ganzen Altertum bekannt, und ist in jeder alten Schrift zu finden. Die Ägypter kannten und lehrten es, und ihre Einteilung der Prinzipien ist in jedem Punkte ein Seitenstück zu der Arischen Geheimlehre. In Die Entschleierte Isis ist sie wie folgt gegeben:

Nach ägyptischen Begriffen, sowie nach jenen aller anderen Glauben, die auf Philosophie begründet sind, war der Mensch nicht nur . . . eine Vereinigung von Seele und Körper: er war eine Dreiheit, wenn der Geist hinzugefügt wurde. Ausserdem liess jene Lehre ihn bestehen aus Kha (Körper), Khaba (Astralform oder Schatten), Ka (tierischer Seele oder Lebensprinzip), Ba (der höheren Seele) und Akh (irdischer Intelligenz). Sie hatten auch ein sechstes Prinzip, mit Namen Sah (oder Mumie), aber die Funktionen desselben begannen erst nach dem Tode des Körpers.12)

Indem das siebente Prinzip natürlich das höchste ist, wurde der ungeschaffene Geist mit dem Gattungsnamen Osiris benannt, und deshalb wurde jede verstorbene Person nach dem Tode osirifiziert -- oder ein Osiris.

Aber neben der immer erneuten Wiederholung der alten immer vorhandenen Tatsache von Reinkarnation und Karma -- nicht wie sie von den Spiritisten, sondern wie sie von der ältesten Wissenschaft der Welt gelehrt wird -- müssen die Schüler der Theosophie die zyklische und evolutionelle Reinkarnation verkünden: die geheimnisvolle und für viele, denen die Wettgeschichte unbekannt ist, noch immer unverständliche Art von Wiedergeburt, die in der  so vorsichtig erwähnt ist. Eine allgemeine Wiedergeburt für jedes Inidividuum mit einem Zwischenspiel von Kâma Loka und Devachan, und eine zyklische bewusste Reinkarnation mit einem erhabenen und göttlichen Zwecke für die wenigen. Die grossen Charaktere, die sich riesengleich in der Geschichte der Menschheit auftürmen, wie Siddâtha BUDDHA und Jesus im Bereiche der geistigen,- und Alexander von Makedonien und Napoleon der Grosse im Bereiche der körperlichen Kämpfe, sind nur die reflektierten Bilder von menschlichen Typen, die existiert haben -- nicht vor Jahrzehntausenden, wie in der Entschleierten Isis vorsichtig vorgebracht wurde, sondern seit Millionen aufeinanderfolgender Jahre, seit dem Beginne des Manvantara. Denn -- mit Ausnahme der wirklichen Avatâre, wie oben erklärt worden ist, -- sind sie dieselben ununterbrochenen Strahlen (Monaden), ein jeder beziehungsweise von seiner eigenen besonderen Vater flamme -- genannt Devas, Dhyân Chohans, oder Dhyâni-Buddhas, oder wiederum Planetenengel, usw. -- die in äonischer Ewigkeit als ihr Vorbild erstrahlt. Nach ihrem Bilde werden einige Menschen geboren, und wenn irgend ein besonderes Menschheitsziel in Betracht kommt, so werden die letzteren hypostatisch beseelt durch ihre göttlichen Vorbilder, immer und immer wieder reproduziert von den geheimnisvollen Mächten, die die Geschicke unserer Welt beherrschen und leiten.

Nicht mehr konnte zu der Zeit gesagt werden, als die Entschleierte Isis geschrieben wurde; daher wurde die Angabe auf die einzige Bemerkung beschränkt:

Es gibt keinen hervorragenden Charakter in allen den Annalen der heiligen oder profanen Geschichte, dessen Vorbild wir nicht in den halb erdichteten und halb wirklichen Überlieferungen- der vergangenen Religionen und Mythologien finden könnten. Wie der Stern, der in unermesslicher Entfernung über unseren Häuptern schimmert, in der schrankenlosen Unermesslichkeit des Himmels, sich in den glatten Wassern eines Sees wiederspiegelt, so spiegeln sich die Bilder von Menschen der vorsintflutlichen Zeitalter in den Perioden wieder, die wir in geschichtlichem Rückblick umfassen können.

Aber jetzt, da so viele Veröffentlichungen herausgebracht worden sind, die vieles von der Lehre feststellen, und von denen verschiedene eine irrtümliche Vorstellung erwecken, möge diese undeutliche Anspielung erweitert und erklärt werden. Dieser Satz bezieht sich nicht nur auf die hervorragenden Charaktere in der Geschichte im allgemeinen, sondern auch auf Menschen von Genie, auf jeden bemerkenswerten Menschen des Zeitalters, der sich über die gemeine Herde durch irgend eine abnorm entwickelte besondere Fähigkeit in ihm emporhebt, die zum Fortschritte und Wohle der Menschheit führt. Ein jeder ist eine Reinkarnation einer Individualität, die sich vor ihm mit Fähigkeiten in derselben Richtung bewegt hat, und dadurch seiner neuen Form als Mitgift jene starke und leicht wiedererweckte Fähigkeit oder Eigenschaft zubringt, die in ihr in ihrer vorhergehenden Geburt vollständig entwickelt wurde. Sehr oft sind sie gewöhnliche Sterbliche, die Egos natürlicher Menschen im Verlaufe ihrer zyklischen Entwicklung.

Aber wir haben es jetzt mit »speziellen Fällen« zu tun. Nehmen wir an, dass eine Person während ihres Zyklus von Inkarnationen so für besondere Zwecke -- indem das Gefäss genügend rein ist -- ausgewählt ist von seinem persönlichen Gotte, der Quelle (auf dem Plane des Geoffenbarten) seiner Monade, der somit sein Bewohner wird. Jener Gott, sein eigenes Vorbild oder »Vater im Himmel«, ist, in einem Sinne, nicht nur das Bild, nach dem er, der geistige Mensch, gemacht ist, sondern in dem Falle, den wir betrachten, ist er das geistige, individuelle Ego selber. Das ist ein Fall von beständiger, lebenslänglicher Theophanie. Halten wir uns vor Augen, dass das weder Avatârismus ist. wie er in der Brahmanischen Philosophie verstanden wird, noch dass der also auserwählte Mensch ein Jivanmukta oder Nirvâni ist, sondern dass es ein ganz aussergewöhnlicher Fall im Bereiche der Mystik ist. Der Mensch mag, oder mag nicht ein Adept in seinem früheren Leben gewesen sein; er ist insofern und einfach ein ausserordentlich reines und geistiges Individuum -- oder ein solches, das das alles in seiner vorhergehenden Geburt war, wenn das also auserwählte Gefäss das eines neugeborenen Kindes ist. In diesem Falle können nach der körperlichen Versetzung eines solchen Heiligen oder Bodhisattva seine astralen Prinzipien keiner natürlichen Auflösung unterworfen werden, wie die irgend eines gewöhnlichen Sterblichen. Sie bleiben in unserer Sphäre und innerhalb der menschlichen Anziehung und Erreichung; und so kommt es, dass nicht nur von einem Buddha, einem Schankarâchârya oder Jesus gesagt werden kann, dass sie zu einer und derselben Zeit verschiedene Personen beseelen, sondern dass sogar die Prinzipien eines hohen Adepten die äusseren Hüllen gewöhnlicher Sterblichen beseelen können.

Ein gewisser Strahl (Prinzip) aus Sanat Kumâra begeisterte (beseelte) Pradyumna, den Sohn des Krischna während der grossen Mahâbhâratischen Periode, während zur selben Zeit er, Sanat Kumâra, dem Könige Dhritarâschtra geistigen Unterricht gab. Obendrein hat man sich zu erinnern, dass Sanat Kumâra »ein ewiger Jüngling von sechzehn« ist, der in Jana Loka weilt, in seiner eigenen Sphäre oder seinem geistigen Zustande.

Selbst im gewöhnlichen, sogenannten mediumistischen Leben ist es ganz gut festgestellt, dass, während der Körper an einem Orte handelt -- wenn auch nur mechanisch -- oder ruht, sein Astraler Doppelgänger an einem anderen, und sehr oft entfernten, Orte erscheinen und unabhängig wirken kann. Das ist ein ganz gewöhnliches Vorkommnis im mystischen Leben und Geschichte, und wenn das so bei Ekstatikern, Sehern und Mystikern in jeder Beschreibung der Fall ist, warum soll dasselbe Ding nicht auch auf einem höheren und geistig entwickelteren Plane stattfinden können? Wenn man die Möglichkeit auf dem niederen psychischen Plane zugibt, warum dann nicht auch auf einem höheren Plane? In den Fällen höherer Adeptschaft, wenn der Körper gänzlich dem Inneren Menschen zu Gebote steht, wenn das Geistige Ego vollständig mit seinem siebenten Prinzip wiedervereinigt ist, selbst während der Lebenszeit der Persönlichkeit, und der Astrale Mensch oder das persönliche Ego so gereinigt worden ist, dass er allmählich alle Eigenschaften und Attribute der mittleren Natur (Buddhi und Manas in ihrem irdischen Aspekt) assimiliert hat, substituiert sich jenes persönliche Ego sozusagen für das geistige Höhere Selbst, und ist von da an fähig, ein unabhängiges Leben auf Erden zu führen; wenn der körperliche Tod stattfindet, findet oft das folgende geheimnisvolle Ereignis statt. Als ein Dharmakâya, ein Nirvâni »ohne Überreste« gänzlich frei von irdischer Beimischung, kann das Geistige Ego nicht zurückkehren, um sich auf Erden zu reinkarnieren. Aber in solchen Fällen, wird behauptet, kann das persönliche Ego sogar eines Dharmakâya in unserer Spkäre als ein Ganzes zurückbleiben und zur Inkarnation auf Erden zurückkehren, wenn Bedarf ist.

Denn jetzt kann es nicht länger, wie die astralen Überreste eines gewöhnlichen Menschen, der allmählichen Auflösung im Kâma Loka (dem Limbus oder Fegefeuer des Römischen Katholiken und dem »Sommerlande« des Spiritisten) unterworfen sein; es kann nicht einen zweiten Tod sterben, wie eine solche Zersetzung von Proklus genannt wird. 13)

Es ist zu heilig und rein geworden, nicht länger durch reflektiertes, sondern durch sein eigenes natürliches Licht und Geistigkeit, um entweder im unbewussten Schlummer eines niederen nirvânischen Zustandes zu schlafen, oder wie irgendeine gewöhnliche Astralhülle aufgelöst zu werden und als Ganzes zu verschwinden.

Aber in jenem Zustande, der als der Nirmânakâya [der Nirvâni] »mit Überresten « bekannt ist, kann er der Menschheit noch helfen.

»Möge ich leiden und die Sünden von allen tragen [zu neuem Elend reinkarniert werden], aber möge die Welt erlöst sein!«

wurde von Gautama BUDDHA gesagt: ein Ausruf, dessen wirkliche Bedeutung jetzt von seinen Anhängern wenig verstanden wird.

»So ich will, dass er bleibe, bis ich komme, was geht es dich an?«14) fragt der astrale Jesus den Petrus. »Bis ich komme« bedeutet »bis ich wieder reinkarniert bin« in einen physischen Körper. Und doch konnte der Christus des alten gekreuzigten Körpers in Wahrheit sagen: »Ich bin bei meinem Vater und eins mit ihm«, was die astrale Form nicht verhinderte, neuerdings eine Form anzunehmen, und Johannes nicht hinderte, tatsächlich zu bleiben,, bis sein Meister gekommen war; auch hinderte es den Johannes nicht daran, zu verfehlen ihn zu erkennen, als er wirklich kam, und ihm dann Widerstand zu leisten. Aber in der Kirche erzeugte diese Bemerkung die absurde Idee vom Tausendjährigen Reich oder Chiliasmus in seinem physischen Sinne.

Seit damals ist der »Mann der Sorgen« vielleicht mehr als einmal wiedergekehrt, unerkannt und unentdeckt von seinen blinden Nachfolgern. Seit damals ist auch dieser grosse »Sohn Gottes« täglich und stündlich von den in seinem Namen gegründeten Kirchen unaufhörlich und höchst grausam gekreuzigt worden. Aber die Apostel, die nur halbinitiiert waren, verfehlten auf ihren Meister zu warten, und da sie ihn nicht erkannten, verschmähten sie ihn jedesmal, so oft er zurückkehrte. 15)

______________________________________

1) Ein gutes Teil Missverständnis entsteht durch eine Verwechslung der Daseinspläne und den Missbrauch von Ausdrucke. z. B. wurden gewisse geistige Zustände mit dem Nirvâna des BUDDHA verwechselt. Der Nirvâna des BUDDHA ist gänzlich verschieden von jedem anderen geistigen Zustand von Samâdhi oder selbst von der höchsten Theophanie, deren sich niedrigere Adepten erfreuen können. Nach dem körperlichen Tode sind die Arten der von den Adepten erreichten geistigen Zustände sehr verschieden.

2) Dieses Gebiet ist der emsige mögliche Versöhnungspunkt wischen den entgegengesetzten Polen der Religion und Wissenschaft, der einen mit ihren unfruchtbaren Gefilden der Glaubensdogmen, der anderen die von leeren Hypothesen, überfliesst, während beide von dem Unkraute des Irrtums überwuchert sind. Sie werden niemals zusammenkommen. Die beiden sind in Fehde, in einem immerwährenden gegenseitigen Kampfe, aber das verhindert sie nicht, sich gegen die Esoterische Philosophie zu vereinigen, die seit zwei Jahrtausenden gegen die Unfehlbarkeit in beiden Richtungen tu kämpfen hat, oder gegen »Eitelkeit und Anmassung«, wie Antonius sie definierte, und jetzt den Materialismus der modernen Wissenschaft in Kampfstellung gegen ihre Wahrheiten findet.

3) Woher kommen einige der Gnostischen Ideen? Kerinth lehrte, dass, nachdem die Welt und Jehovah von der Tagend und ursprünglichen Wurde abgefallen waren, der Allerhöchste gestattete, dass einer feiner herrlichen Aeonen, dessen Name der »Gesalbte« (Christas) war, sich in dem Menschen Jesus inkarnierte. Basilides bestritt die Wirklichkeit de« Körpers Jesu, and indem er ihn eine »Illusion« nannte, war er der Ansicht, dass Simon von Kyrene an seiner Statt am Kreuze litt. Alle solche Lehren sind Widerhalle der Östlichen Lehren.

4) Ein echter initiierter Adept wird seine Adeptschalt behalten, obwohl es für unsere Welt der Täuschung zahllose Inkarnationen für ihn geben mag. Die treibende Kraft, die an der Wurzel einer Reihe solcher Inkarnationen liegt, ist nicht Karma, wie es gewöhnlich verstanden wird, sondern eine noch unergründlichere Macht. Wahrend der Periode seiner Leben verliert der Adept seine Adeptschaft nicht, wiewohl er In ihr zu keinem höheren Grads emporsteigen kann.

5) Von dem sogenannten Brahma Loka -- der siebenten und höheren Welt, jenseits derer alles arupa formlos, rein geistig ist -- bis zur niedersten Welt und dem Insekt, oder selbst einem solchen Gegenstande, wie ein Blatt, findet eine beständige Revolution der Bedingungen des Daseins, der Evolution und Wiedergeburt statt. Einige Menschenwesen erreichen Zustände oder Sphären, aus denen es eine Wiederkehr nur in einem neuen Kalpa (einem Tag des Brahma) gibt; es gibt andere Zustande oder Sphären, ans denen es eine Wiederkehr nur nach 100 Jahren des Brahma gibt (nach einem Mâha-Kalpa, einer Periode, die 311 040 000 000 000 Jahre umfasst). Nirvâna, heisst es, ist ein Zustand, aus dem es keine Wiederkehr gibt. Doch wird behauptet, dass ausnahmsweise eine Reinkarnation ans jenem Zustande stattfinden kann; nur sind solche Inkarnationen eine Illusion, wie alles andere auf diesem Plane, wie gezeigt werden wird.

6) Diese Tatsache des Verschwindens des Trägers des Egoismus in dem voll entwickelten Yogi, von dem angenommen wird, dass er jahrelang vor seinem körperlichen Tode Nirvâna auf Erden erreicht habe, hat zu dem Gesetze bei Manu geführt, das durch Jahrtausende brahmanischer Autorität sanktioniert ist, dass ein solcher Paramâtmâ für absolut schuldlos und frei von Sünde oder Verantwortlichkeit gelten solle, tue er, was er wolle (siehe letztes Kapitel der ). In der Tat kann er sogar die Kaste selbst -- jener despotischeste, unnachgiebigste und unumschränkteste Tyrann in Indien -- ungestraft von dem Yogi durchbrochen werden, der über der Kaste steht. Das wird den Schlüssel tu unseren Behauptungen

geben.

7) [Das Wort »Adept« wird von H. P. B. sehr unbestimmt angewendet, die oft darunter nicht mehr verstanden zu haben scheint, als den Besitz einer speziellen Kenntnis irgendwelcher Art. Hier scheint es zuerst einen uninitiierten Schüler zu bedeuten, und dann einen initiierten. -- HERAUSG.- Annie Besant]

8) Ungefähr fünfzehn Jahre vor der Geburt des Kopernikus schrieb de Causa wie folgt: »Obwohl die Welt nicht absolut unendlich sein mag, kann sich niemand dieselbe als endlich vorstellen, da die menschliche Vernunft unfähig ist, ihr irgendwelche Bezeichnung beizulegen. . . . Denn auf dieselbe Weise, wie unsere Erde nicht im Mittelpunkte des Weltalls sein kann, wie man denkt, ebensowenig könnte die Sphäre der Fixsterne in ihm sein. ... So ist diese Welt wie eine grosse Maschine, die ihren Mittelpunkt (die Gottheit) überall hat, und ihren Umkreis nirgends machina mundi, quasi habes ubique centrum, et nillibi circumfentiam]. . . . Daher kann die Erde, weil sie nicht im Mittelpunkte ist, auch nicht bewegungslos sein .... und obwohl sie viel kleiner ist als die Sonne, so darf man aus alledem noch nicht schliessen, dass sie schlechter [vilior -- gemeiner] ist. . . . Man kann nicht sehen, ob ihre Bewohner höher stehen, als die, die der Sonne näher wohnen, oder auf anderen Sternen, da der Sternenraum nicht ohne Bewohner sein kann. ... Die Erde, sehr wahrscheinlich [fortasse] eine der kleinsten Kugeln, ist nichtsdestoweniger die Wiege höchst edler und vollkommener intelligenter Wesen.« Man kann nicht umhin, mit dem Biographen des Kardinals de Causa übereinzustimmen, der, ohne Ahnung von der okkulten Wahrheit und dem Grunde einer solchen Bildung bei einem Schriftsteller des vierzehnten und fünfzehnten Jahrhunderts, einfach ein solches wunderbares Vorauswissen anstaunt, und es Gott zuschreibt, indem er von ihnen sagt, dass er in Art von Philosophie ein unvergleichlicher Mann war, von dem manches dem menschlichen Verstande unzugängliche (!) Geheimnis, das durch Jahrhunderte verhüllt und vernachlässigt (velata et neglecta) war, aufs neue ans Licht gebracht wurde. »Pascal könnte De Causa« Werke gelesen haben; aber woher konnte Kardinal seine Ideen entlehnt haben?« fragt Moreri. Offenbar von Hermes und den Werken des Pythagoras wenn schon das Geheimnis seiner Inkarnation und Reinkarnation abgelehnt wird.

9) Das ist die geheime Bedeutung der Behauptungen Über die Hierarchie der Prajâpatis oder Rischis. Zuerst werden sieben erwähnt, dann zehn, dann einundzwanzig, und so fort. Sie sind »Götter« und Schöpfer der Menschen -- viele von ihnen die »Herren der Wesen«, sie sind die »aus der Seele geborenen Söhne« des Brahmâ, und dann wurden sie sterbliche Heroen, und werden oft als ein sehr sündhafter Charakter dargestellt. Die theosophische Bedeutung der biblischen Patriarchen, ihre Genealogie und ihre Nachkommen, die die Erde unter sich teilen, ist dieselbe. Auch Jakobs Traum hat dieselbe Bedeutung.

10) Der »mit den Sieben Tugenden« ist jemand, der ohne den Vorteil der Initiation so rein wird wie irgend ein Adept, allein durch die Betätigung seines eigenen Verdienstes. Da er so heilig ist, so wird sein Körper bei seiner nächsten Inkarnation der Avatâra seines »Wächter»« oder Schutzengel«, wie der Christ t« ausdrucken würde.

11) Der Titel der höchsten Dhyan Chohans.

12) Op. cit., II. 367.

13) Nach dem Tode bleibt die Seele in dem luftigen (astralen) Körper, bis sie gänzlich von allen zornigen sinnlichen Leidenschaften gereinigt ist; dann stösst sie durch einen zweiten  [wenn sie nach Devachan aufsteigt] den luftigen Körper ab, so wie sie es mit dem irdischen getan hatte. Daher sagen die Alten, dass immer ein himmlischer Körper mit der Seele vereinigt ist, die unsterblich, leuchtend und sternenartig ist.« Es wird also natürlich, dass der »luftige Körper« eines Adepten kein solches zweites Sterben haben soll, da er von aller seiner natürlichen Unreinheit vor seiner Trennung von dein physischen Körper gereinigt worden ist. Der hohe Initiierte ist ein »Kind der Auferstehung«, »den Engeln gleich«, und kann nicht mehr sterben (siehe Lukas, XX. 36).

14) St. Johannes, XXI. 22.

15) Siehe den im Theosophist gemachten Auszug aus einer berühmte Novelle von Dostojewsky -- einem Bruchstück, betitelt »Der Grossinquisitor«. Es ist natürlich eine Erdichtung, aber immerhin eine grossartige Idee, dass Christus während der schönen Tage der Inquisition nach Spanien zurückkehrt, und von dem Inquisitor eingekerkert und zum Tode verurteilt wird, der befürchtet, dass Christus das Werk der Jesuiterhände zerstören könnte.

Aus: H:P. Blavatsky: Die Geheimlehre III 361 D den Haag

 

 

Marion Burke  09  2004-2017

 

abramelin
angels
bilder
elfen
engel
garten
gesundheit
goetter
guten appetit
handarbeiten
haende
henoch
karten
kaschewskiahnen
kerstinkaschewski
kreise
lebensbaum
meditation
meister
mensch
morgellons
mystik
pendeltafeln
pflanzenweg
pflanzen
planeten
rituale
schriften
schöpfungsgeschichte
seelenwolken
sternensee-tarot
steine
sonstiges
symbolon

Gästebuch
Impressum

www.androidcasino24.com  

 

 


Besucherzaehler  

BuiltWithNOF